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Suppe und Schnäppchenpreise

Unsere Fahrt von Lyon nach Zürich war nicht ganz so geradlinig, wie die meisten bisherigen Städtewechsel, aber mit 2 Mal umsteigen war die Sache noch vertretbar. Ok. Ich gebe zu: Nachts macht Umsteigen keinen besonderen Spaß, weil man ja lieber mal schlafen würde.
DSC00621.JPG Von Lyon nach Geneve, also Genf, schlief ich gar nicht, von Genf nach Bern, wenigstens ein bisschen und von Bern nach Zurich zwar fast durch – aber der fuhr nicht einmal 2 Stunden.
Doch es gab durchaus Highlight in der Nacht. Bern nämlich. Dort hatte. Wir nämlich eine etwas längere Wartezeit – über 3 Stunden. Kurzerhand entschlossen wir uns “Bern bei Nacht” zu erkunden. Da wir aber noch eine montenegrinische Tütensuppe hatten und kein Camping mehr in Sicht ist, suchten wir zunächst einen Park. Hinter einem großen, recht imposanten Gebäude fanden wir einen: Bänke, dezente Laternen, Schachfelder und ein Ausblick über das nächtliche Bern. Und dann ging alles ganz schnell: Gaskocher an, Wasser rein, Suppe hinterher, umrühren, fertig!
Vor dem Panorama des nächtlichen Bern, genossen wir dann also eine Tütensuppe aus Montenegro, Schlumpfgummibärchen und Pfirische. Ganz allein waren wir jedoch nicht: 2 Füchse liefen ab und zu durch das Gebüsch und fauchten sich an.
Als wir satt waren und uns (vom Essen und Kochen) erholt hatten, begann unser Zentrumsrundgang, bei dem wir feststellten, dass das Haus in dessen “Garten” wir gespeist hatten, das Parlament der Schweiz repräsentiert.
Vorm Bahnhof fanden wir dann WLAN und reservierten das günstigste Hostel, dass wir in Wien (nähe Westbahnhof) finden konnten. Wie ihr im folgenden Mitschnitt hören könnt, wurde das sogar musikalisch untermalt.
Singen in Bern at Bern by thePB
Zum Zug mussten wir dann zwar sprinten, aber immerhin war Wien jetzt sicher.
In Zürich angekommen lernten wir Crescendo Largo kennen. Das zumindest stand auf dem Namensschild unseres netten Schweizer Ticketschaltermenschen. Er versicherte uns, dass wir, trotz der nicht-Gültigkeit unseres Tickets in Deutschland, den Nachtzug Zürich-Wien auch nutzen dürfen, wenn der über deutsches Gebiet umgeleitet wird – die Baustelle sei ja nicht unsere Schuld. Mit gutem Gefühl und Sitzplatzreservierung, wechselten wir etwas Geld (zum fatalen Wechselkurs von 1:1) und verstauten unser Gepäck in einem Schließfach am Bahnhof. Unser Plan -mal eben- etwas zu Essen scheiterte an den Preisen: Ein einfaches belegtes Brötchen gibt es nicht unter 6 Franken (also Euro!!!), ein Döner kostet 9 Franken. Unbezahlbar!
Also liefen wir nur eine kleine Stadtrunde zum Züri(ch)see und entschieden uns dann für einen Supermarkt. Etwas günstiger war es dort Brötchen und Belag zu kaufen – aber immer noch ziemlich teuer.
Danach wanderten wir auf einen kleinen Berg und schliefen fast 3 Stunden auf 2 Bänken in einem weitläufigen Park.

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Etwas wacher und kraftvoller wanderten wir in die Altstadt und besuchten diverse Geschäfte, unter Anderem einen Plattenladen, sowie ein Geschäft für Brettspiele (und sonstige Spielwaren).
Nach einem Abendbrotshopping im COOP, lernten wir noch eine von Europa begeisterte 65jährige Kalifornierin kennen, brachen dann aber wieder Richtung Bahnhof auf.

Qui a roulé le fromage à la gare?

DSC00600.JPG Nizza verabschiedete uns kurz vor 11 Uhr. Wir hatten für gar nicht so wenige Euro 2 Sitzplätze reserviert – das heißt: Es war ein reservierungs-pflichtiger Zug, ein echter TGV nämlich. Er brachte uns in knapp mehr als 4 Stunden von Nizza in die Metropole Lyon. Ein kurzer Kommentar zum TGV: Scheinbar war es einer aus einer älteren Baureihe, das Interieur war abgenutzt, Steckdosen existierten nicht und so richtig schnell war er auch nicht – wir wurden von Autos auf einer Autobahn neben der Strecke überholt. Doch möglicherweise war er einfach nur einem Geschwindigkeitslimit unterworfen. Wer weiß. Ein ordentlicher ICE ist trotzdem schöner.
Lyon Part Dieu. Gegenüber des Bahnhofes erhebt sich ein riesiger Shoppingtempel mit einem Hotelhochhaus. Um uns Richtung Stadtzentrum bewegen zu können, durchquerten wir die Einkaufspassage und liefen dann schwitzend über die glühend heißen Fußwege, der kochenden Stadt. Es war einfach unglaublich warm – was uns sicher noch extremer vorkam als es war, weil der TGV ja ausgesprochen gut klimatisiert war.
Wir fanden schließlich ein Hotel, was uns für eine nicht unbescheidene Summe ein Zimmer überließ – wir trösteten uns mit dem Internetzugang, mit dem man geworben hatte – da der aber zusätzlich kosten sollte, beschlossen wir das Hotel voll zu nutzen – alle Akkus laden, duschen, baden (ja, ich habe ein Bad genommen – wenn die Wanne nun einmal hier steht…) und und und.
DSC00597.JPG Lyon ist eine wirklich schöne Stadt. Wir genossen die Atmosphäre in den engen Gassen und nach einer kräftezehrenden Wanderung auch das Panorama. Vom Berg aus hat man einen fantastischen Blick auf die roten Dächer mit den zahllosen Schornsteinen (es ist sogar ein wahres Meer von Schornsteinen) der verwinkelten Altstadt, die schnurgeraden Prachtstraßen mit den typischen mehrstöckigen Stadthäusern und am Rand die Plattenbaughettos mit dem industriellen Umland (inkl. einem schnuckeligen AKW, dessen 3 Kühlturme am Horizont fröhlich vor sich hin dampften). Aber wir waren nicht nur wegen des Panoramas so hoch gestiegen: eine prächtige, weiße Kirche thront über der Stadt – und die mussten Sir einfach aus der Nähe sehen – es hat sich gelohnt.
Der Rückweg führte zum “Casino” wo wir ein paar Euro ließen, aber immerhin ein Abendbrot bekamen – Casino ist eine französische Supermarktkette – also keine Sorge.
Und jetzt lassen wir den Tag ganz ruhig ausklingen – morgen sind wir ja auch noch hier.