Tag Archives: Strand

Gestrandet – die Nacht von Nizza

Entgegen allen Erwartungen waren wir schon Dreiviertel Eins in Nizza. Mitten in der Nacht also. Auf Hotel/Hostelsuche hat man da ja nicht so viel Lust und wie viele Andere auch, ließen wir uns im Bahnhof nieder. Doch kaum saßen wir, kam ein Herr vom Sicherheitsdienst und forderte uns auf zu gehen: Der Bahnhof werde jetzt verschlossen.
DSC00587.JPG Also doch Hotelsuche. Über eine Stunde liefen wir im Zick-Zack-Kurs durch das nächtlich Nizza. Doch die Hotels konnte man in 2 Gruppen unterteilen: Voll (“Complet”) und teuer (120€ aufwärts). Auch ein Hostel, dass wir fanden war “fully booked” aber der Rezeptionist telefonierte etwas herum. Leider ohne Erfolg. Zwar gab er uns noch einige Tipps, doch zum Erfolg führte keiner.
Die Lösung unseres Problems ist denkbar einfach. Nizza liegt an der Côte d’Azur und hatte einen ganz ansehnlichen Strand. Und an genau diesem ließen wir uns nieder. Isomatte und Schlafsack raus, Gepäck gut verschließen, Wertsachen in den Schlafsack und Gute Nacht.

Geweckt wurden wir übrigens von einer Planierraupe, die einen benachbarten Strandabschnitt bearbeitete. Auf sie folgte ein Mann mit einer Art Laubgebläse, der Müll wegpustete, einer der die Mülleimer leerte, zwei die mit Greifzangen sonstigen Müll auflasen und schließlich auch einer der uns bat aufzuwachen und das Feld zu räumen.
Beim Packen konnten wir eine geschlechts- und nationalitätsmäßig gemischte Gruppe Jugendliche beobachten, die im Meer badeten und dabei -wie es hier Mode zu sein scheint- im Wasser ihre Badekleidung auszog und an Land warf. Ein wahrlich unterhaltsames Schauspiel.
Jetzt geht es erstmal auf erneute Unterkunftssuche. Wünscht uns Glück!

DSC00588.JPGDSC00589.JPGDSC00590.JPG

Mal was Neues: Regen!

Wie der Tag begann wisst ihr ja schon: Mit einer sehr genauen Grenzkontrolle im Nachtzug. Sofia begrüßte uns mit Wolken, kühlem Wind und einer durch die Zugverspätung auf 45 Minuten geschrumpften Umsteigezeit (es sollten 3 Stunden sein). Wir reservierten für den Wahnsinnspreis von 1lev (etwa 50ct – die Umrechnung entspricht etwa der von DM zu €) 2 Sitzplätze im Zug nach Varna und stiegen ein. In unserem Abteil befanden sich 3 locker über 70jährige Bulgaren (2 Frauen, ein Mann) die uns freundlich begrüßten – ohne das wir etwas genaues verstanden. Der Mann saß auf einem unserer reservierten Plätze, aber da kaum jemand im Zug war, wollten wir ihn auch nicht verjagen und setzten uns auf 2 andere Plätze. Er erzählte kurz und wild gestikulierend mit einer der Frauen und verschwand dann kurz. Als er zurück kam räumte er seinen Platz und zeigte auf die 2 Plätze, die uns zustehen würden. Es stellte sich heraus: Er war wirklich beim Schaffner und hat sich erkundigt, welche Plätze uns gehörten, weil er gesehen hatte wie dieser uns das Abteil gezeigt hat.

P1040441.JPGP1040450.JPG
Die restliche Zugfahrt (7 Stunden Regionalzug) verlief eher ruhig: es gab einige interessante Menschen zu beobachten, z.B. eine “feine Dame” mit Botoxlippen und ihrem Mann (beide trotz Mistwetter mit Sonnenbrille). Die Landschaft war auch sehr abwechslungsreich: von großen Tiefebenen, über Hügelketten bis hin zu tiefen Tälern und Schluchten war alles dabei.
Je näher wir unserem Ziel kamen, desto deutlicher zeigte sich, dass das schlechte Wetter wohl nicht nur in Sofia war. In Varna war es zunächst weitgehend frei von Niederschlägen, aber wir mussten auf Jeans und geschlossene Schuhe umsteigen. Der Bahnhof von Varna ist ein unerwartet schönes Gebäude und bietet im Inneren sogar WLAN.
Wir kamen etwa 18 Uhr an (17 Uhr für euch – Zeitverschiebung) und unsere Odysee begann: Englisch wird kaum gesprochen, Deutsch wenn dann nur von älteren Bulgaren (die es oft auch nur verstehen, es aber nicht selbst sprechen – ich denke das trifft auch auf die 3 Alten im Zug zu. Die Ohren wurden lang wenn wir sprachen). Unsere Suche nach einem Hostel führte uns gigantische, planlose Kreise durch die Innenstadt und schließlich half uns die Skizze einer schlecht englischsprechenden Kioskfrau ein Hostel zu finden. Spannender Fakt: Es war voll. Ein Novum für uns – wegen Überfüllung wurden wir noch nie abgewiesen. Und dann auch noch in Varna. Doch Mr Rezeption kannte noch 2 Adressen und im Casablanca Hostel hatten wir schließlich Glück: 34 Leva die Nacht – zusammen. Ein guter Preis!
Und dann dieses Zimmer: Groß, sauber, eigenes Bad, TV (Discovery Channel), WLAN, … . Zuerst mussten wir duschen: Die Nachtzüge hatten das die letzten beiden Nächte verhindert und so sahen wir auch aus.
Jetzt wurde noch schnell ein Teil der Wäsche gewaschen – es ist einfach kaum etwas brauchbares übrig in der Tasche -, im Zimmer aufgehangen und dann gingen wir Essen. Happy Bar&Grill war keine schlechte Wahl und wir schlugen richtig zu!
Unser Verdauungsspaziergang geriet dann leider zum Fiasko. Wir liefen immer bergab, bis wir einen großen Sandstrand entdecken. Am Wasser machten wir einige Bilder und wunderten uns schon woher ab und zu diese Tropfen kommen. Plötzlich und ohne weitere Vorwarnung brach es über uns herein: Ein heftiger Landregen verwandelte in Sekunden die Straßenränder in Bäche und uns blieb nix als die Flucht nach vorn. Vollkommen durchnässt erreichten wir unser Zimmer. Jetzt hängt hier mehr als nur etwas Wäsche zum Trocknen..

Vorschau morgen: Auschecken, Gepäck unterstellen: im beten Fall hier, Zug reservieren, Varna anschauen – auf nach Bukarest!

Geräuschkullisse Regionalzug at Varna by thePB