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Hitze, Pizza, Chianti

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Rom, 11:06 Uhr. Seit über einer Stunde sitze ich jetzt bereits in dieser italienischen Bar und warte auf Lisa. Ich habe bereits einen guten Liter acqua minerale frizzante getrunken, ein cornetto gegessen und soeben kam der zweite Cappuccino (ja, ich trinke wirklich Cappuccino – passt hier irgendwie ins Ambiente).
Seit über einer Stunde also ist Lisa bereits im Consulato della Germania und erkämpft sich ihren vorläufigen Ausweis. Ich durfte die Botschaft nicht betreten und sitze jetzt hier im Café. Also kann ich euch ja auch vom gestrigen Tag erzählen.
Maria Himmelfahrt ist ein hoher Feiertag hier und durch den feragosto ist generell sehr viel geschlossen: Wir schliefen also aus (nach der nervenaufreibenden Ankunft auch zu verstehen) und beschlossen dann um 11 nur eine kleine Runde zu gehen und in spätestens 2 Stunden für eine Siesta zurück zu sein.

Kurzer Einwurf aus dem Café hier: eine Amerikanerin hat eben einen Espresso bestellt. Zitat: “I wanted a strong coffee, but not that strong. It really blows my head off.”

Wir liefen also los und versuchten so viel wie möglich im Schatten zurückzulegen – in der Sonne war es kaum auszuhalten. Wir liefen zunächst zum Petersplatz um nachzuschauen, ob da gerade etwas los ist: Das war jedoch nicht der Fall. Zwar standen Hunderte Menschen am Petersdom an – eine Veranstaltung war aber nicht zu beobachten._MG_2537.JPG
Vielleicht sollten wir uns das Castell Sant’Angelo näher anschauen – andererseits waren 7€ pro Person und 30m Schlange und zu viel. Gingen wir eben über die Brücke ans andere Ufer. Die Gassen dort sind schmaler und wir kamen gut voran. Zu gut möchte man meinen, denn plötzlich waren wir an der Fontana di Trevi und einige Zeit später am Forum Romanum. “Und wo wir schon mal da sind, da bleiben wir auch hier” heißt es ja bei Jürgen von der Lippe und so blieben wir eben. Wir setzten uns auf eine Mauer am Kolloseum und beobachteten Straßenhändler, Cold-Drinks-Abzocker (6€ die Flasche und solche Späße) und die unzähligen Reisegruppen. Als unser Wasser alle war kauften wir einem Inder (oder so) verhältnismäßig günstig etwas Eiskaltes Wasser ab (er verkaufte gefrorenes Mineralwasser in Plastikflaschen) und versuchten uns am Rückweg. So richtig direkt liefen wir nicht, aber immerhin konnten wir so an einem Supermarkt etwas Obst und Getränke erstehen. Über einige Umwege (unter anderem das Pantheon) kamen wir dann doch wieder an und schleppten uns ziemlich verschwitzt in die Unterkunft. Aus den geplanten zwei wurden so ganz einfach fünf bis sechs Stunden.Wir duschten und legten eine Pause ein.

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Für den Abend hatten wir uns vorgenommen Pizza zu essen. Wieder ging es über Petersplatz und vorbei an der Engelsburg über den Tiber in Richtung Piazza Navone. Den Platz ließen wir, genau wie den vorm Pantheon ließen wir aus Preisgründen links liegen – das Essen war noch einigermaßen bezahlbar, aber wenn ein Glas Wasser 4€ und ein Schluck Wein 25€ kostet, dann darf man das wahlweise als exklusiv oder Abzocke bezeichnen, oder?
20m tief in einer Gasse neben dem Pantheon war plötzlich der Exklusivitätszuschlag deutlich geringer. Wir bestellten einen Liter Wasser und ein wenig Rotwein (ein Chianti), eine Pizza con prosciutto (Lisa) und eine Pizza Capricicosa (ma se possibile senza le olive). Lecker!
IMG_2600.JPGNach dem Bezahlen machten wir noch ein Foto mit dem Kellner – der ungefähr genauso angetrunken war, wie wir und eine Passantin anquatschte, damit sie das Foto macht. Leider hat diese das mit dem Scharfstellen nicht so beherzigt – ich binde das Bild deshalb nur klein ein – da sieht man es nicht ganz so schlimm.
Gut gelaunt liefen wir jetzt zum Trevibrunnen, aßen Eis, setzten uns auf die spanischen Treppen und fielen nach langem Fußmarsch erschöpft ins Bett. Buona notta Roma.

Busfahrt extrem und ungewollter Zwischenhalt

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Budva, früh morgens. Wir haben zwar gut geschlafen, aber es ist zu zeitig. Wir machen uns fertig, packen die Rucksäcke, schreiben eine Dankesbotschaft an Serena und laufen Richtung Busbahnhof. Auf dem Weg kaufen wir Wasser und etwas Obst für die Fahrt.
Unser sensationeller Plan den Bus nach Ploce und von dort eine Fähre nach Hvar zu nehmen, ist bereits im Planungsstadium gescheitert, da Busse von Budva nur unregelmäßig nach Ploce und Fähren von Ploce nur selten nach Hvar fahren. Tadatadaa: Genialer Plan tot.
Also erstmal nach Dubrovnik und dort einen weiteren Bus nehmen. Theoretisch eine tolle Idee, praktisch wurde es anders.
Der Bus war alt und selbstverständlich unklimatisiert – bis hier her unschön, aber keine Katastrophe. Der Busfahrer hatte es nicht so mit dem Anfahren, es ruckelte regelmäßig – auch nicht toll, aber solang wir ankommen: ok. An der Grenze wurden wir regelrecht zerpflückt, mussten ewig warten, kochten im Bus und kamen schließlich mit reichlich Verspätung an. Nach dieser Tortour war klar: Heute fahren wir in keinem Bus mehr mit.P1060297.JPG
Wir hatten unsere Rucksäcke gerade aus dem Gepäckfach des Buses geholt und wollten zur Info laufen, als uns eine Frau ansprach: “You need room?”. Mittlerweile etwas geübt im Umgang mit dieser Art der Zimmervermittlung handelten wir (besonders: Lisa) sie um 10€ herunter. Mit “Come, I have car.” überraschte sie uns gleich richtig. Wie stiegen in ihren roten VW Polo und ab ging die Fahrt (niedrige Gänge, hohe Drehzahlen).
Die Unterkunft lag recht günstig, denn man konnte sowohl Strand als auch Altstadt gut erreichen. Um in unser Zimmer zu gelangen mussten, wir ein Zimmer durchqueren, in dem ein großer Vorhang gespannt war. Dahinter war ein Fernseher zu erkennen und Kinderstimmen (sowie nachts ein lautes Schnarchen) zu hören. Als wir ankamen, waren unsere Vorgänger noch nicht ganz abgereist, was unsere Vermieterin etwas ärgerte.
Nach einiger Zeit waren wir dann endlich allein im Zimmer. Lisa wusch unsere Wäsche und wir spannten eine Leine durch das Zimmer. Aus Platz-, aber auch Luftfeuchtigkeitsgründen mussten wir die größeren Sachen dann aber ins Freie auf ein Treppengeländer hängen.
Plicht getan – jetzt werden die natürlichen Instinkte wieder wach: Baden! Wir liefen also zum Strand (und das dauerte selbstredend mehr als die “one minute”, von der die nette Vermieterin sprach). Ob das dort so üblich ist, oder nicht wussten wir nicht genau, als wir plötzlich (ohne eine Absperrung zu überwinden) an einem Hotelpool standen. Diesen ließen wir jedoch links liegen, kletterten über eine Mauer (jetzt also doch) und waren an einem hübschen Felsstrand. Mit unseren neuen Schwimmbrillen beobachteten wir dort die Fische und tauchten ab. Diese Erfrischung tat richtig gut._MG_2145.JPG
Nach einer kurzen Pause in unserem Zimmer, gingen wir zur Bank, holten Geld und gingen Essen: Pizza und Spaghetti. Anschließend -es war bereits am dunkel- liefen wir in die berühmte Altstadt, beobachteten das bunte Treiben, gaben uns der experimentellen Fotografie hin und genossen ein Bier im Hafen.

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Warm.

_MG_1627.JPG Hatte ich erwähnt, dass es sagenhaft warm ist? Gestern Nacht als wir durch Breslau schlenderten, zeigte ein Thermometer einer APTEKA 23,5 Grad Celsius an und im Moment schwitzen wir in einem sehr alten polnischen Regionalzug mit ausgesprochen unbequemen Hartplastik-Sitzen vor uns hin und hoffen auf Besserung der Lage.
Gern würde ich schreiben “die polnische Landschaft rauscht an uns vorbei”, aber man soll ja nicht lügen. Dieser Zug ist der Inbegriff von Langsamkeit – das Einzige was wirklich schnell geht, sind die Stopps an den kleinen Provinzbahnhöfen: Kaum steht der Zug springen mechanisch alle Türen auf – und keine halbe Minute später gehen sie wieder zu und der Zug fährt ab. Wer hier aussteigen will, muss schnell sein.

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Klima kaputt

Dieser Zug der ÖBB ist zwar sauber, aber dafür unerträglich heiß. In unserer mit 5 Personen (ein Vater und seine 2 Kinder geben uns die Ehre) gefüllten 6-Mann-Kabine sind gefühlt schwülwarme 40 Grad Celsius. Schaffner sagt: Klimaanlage kaputt – und Fenster nur zum Ankippen. Gute Nacht.

P.s.: das ist bisher der teuerste Nachtzug.

Anstrengung in Split

P1040291.JPG Was für eine sagenhafte Hitze. Als wir heut früh halb erholt aus dem Zug stolperten und uns am Hafen zum Ausruhen auf eine Bank setzten, ahnten wir nicht, was uns erwarten würde.
Zunächst einmal liefen wir auf der Suche nach einer Unterkunft in einen Konzum um ein kleines Frühstück zu organisieren. Wir hatten seit Stunden nichts nennenswertes zu uns genommen und stopften jetzt allerlei Kram (Kekse, Crossaints, Schoko-/Fruchtmilch, Saft, Eistee) in uns herein. Gut gesättigt fanden wir ein Hostel und reservierten uns ein Plätzchen – Check-out sollte erst 10 Uhr beginnen, es war aber nicht mal 9. Also legten wir das Gepäck ab und spazierten durch die Innenstadt (antik. Palast des Diokletian – sehr hübsche Säulen und Bögen – aber nicht auf dem
offenen Feld wie in Rom [vgl. Forum Romanum] sondern integriert in die Innenstadt.) Split ist im ganzen recht schön – Straßen und Fußwege teilweise aus Marmor, schön sanierte Gebäude, .. Aber eben auch touristisch geprägt. Was auch auffällt: recht viele beschmierte Wände (was ich entziffern konnte war hauptsächlich Schwulenfeindlich, rechtsradikal [u.A. SS-Rune] oder es befasste sich mit Fußball. Auch Vandalismus ist hier und da ein Problem und an weiter außerhalb gelegenen Orten liegen seltsame Müllberge am Straßenrand. Aber im Großen und ganzen ist es hier sehr ordentlich – aber die genannten Ausnahmen fielen irgendwie auf – vielleicht auch nur weil der Rest so gepflegt ist.
P1040278.JPG Zum Zeitschinden ging es dann noch an den Nordstrand der Halbinsel – auch das lohnenswert: grün, weitgehend naturbelassen.
Check-in (noch 3 Dänen [groß, blond] und ein Brite [kleiner, rundlich, dunkelhaarig] auf dem Zimmer – mit Klima!!), Siesta und dann Strand. Wasser ist schön warm, Strand aber steinig, dafür nicht so überlaufen (auch war weit und breit keine Liege zu sehen).
Ziemlich erschöpft wanderten wir noch auf den Berg in der Mitte der Hslbinsel – zum Aussichtspunkt. Die Hitze auf der Wanderung war unglaublich – als wir wieder im Hostel ankamen, waren wir wie gerädert. Zur Krönung der Situation hatte dann auch noch der Supermarkt zu und wir mussten auf einen Imbiss zurückgreifen – Cevapi. Das ist ein großes mit klops-(buletten-)artigen Fleischbällchen und Gemüsezeugs gefülltes Brötchen.P1040256.JPG
Zu Trinken gibt es jetzt leider nur noch Tee aus dem Hostel – der Rest ist alle.