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Langes Warten und endlich Kotor

Guten Morgen auf dem Campingplatz Solitudo. Um 10 sollte unser Bus nach Kotor gehen, also checkten wir um 9 aus. In der Theorie toll – die Praxis war eine überforderte Rezeption und wir erreichten den Bus zur Bus Station erst halb 10. Und tada: er blieb im Stau stecken und wir kamen erst nach um 10 am Busbahnhof an – wir kaufen also Tickets für den 15:30er Bus nach Kotor und ließen uns in der Wartehalle nieder.P1040367.JPG
Einige Stunden später saßen wir endlich im Bus und fuhren durch eine verzaubernde Landschaft. Hohe, steile Berge direkt am Wasser, an diese Formationen herangebaute Orte und dazwischen die kleine Straße, die sich durch die Szenerie schlängelt.
Die Grenze zu Montenegro war etwas aufregend weil die Kontrolleurin die Ausweise und Pässe einsammelte und erst später dem Busfahrer übergab. Mit einer Fähre überquerten wir die Bucht und der Bus tuckerte nach Kotor. Am Bahnhof empfing uns eine bestimmt 60 jährige, auffällig rot gekleidete Frau, die etwas von “super rooms” mit “balkonia” und Internet faselte. 10€. Wir zögerten. 8€. Ok.
Wir folgten ihr eine ganze Weile bis zu einem unschenbaren Häuserblock. In der obersten Etage (jeder hat eine anders aussehende Wohnungstür – warum?!) zeigte sie uns 2 Räume und wir suchten uns den mit Balkon aus. Ihr Sohn(?) war auch da und konnte immerhin englisch. Seine Mutter spricht nur Brocken und meist ihre Muttersprache.
Auf zur Altstadt hieß es also. Die ist auch von einer Mauer umgeben und wunderschön. Für 3€ gönnten wir uns die Wanderung zur Festung und kletterten einen abenteuerlichen Weg bergauf. Auch Hinweise das “Risk Level” betreffend ignorierten wir und erkundeten alles rund um die Festung. Es ist mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben. Als wir ganz oben ankamen war es schon nach 9 und entsprechend dunkel. Vorsichtig tasteten wir uns die Treppen und Wege wieder herab und gingen essen.
Für 5,50€ war ich beim Italiener an der Strandpromenade komplett satt und zufrieden (Pizza con funghi + ein großes Bier). Guter Preis oder?
Ich muss sagen: Kotor gefällt mir viel besser als Dubrovnik, weniger touristisch, weniger überlaufen und viel authentischer.
Abends skypte ich noch eine Weile mit Lisa und ging dann schlafen. Gute Nacht!

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Dubrovnik – Die Stadt mit der Mauer

Der Tag begann grauenvoll: Wir mussten um 6 aufstehen (also nach weniger als 4 Stunden Schlaf) um den Katamaran nach Split zu erreichen. Rafael hatte uns das empfohlen und sein Plan sollte auch aufgehen, denn noch vor 13 Uhr waren wir in Dubrovnik.
P1040350.JPG Zuvor aber schliefen wir auf der einskommafünfstündigen Fährfahrt einfach in unseren Sesseln ein und erst beim Herausgehen sah ich, dass Johannes Paul II bereits mit der “Karolina” gefahren ist (Beweisfoto hing an der Bar).
Etwas erholter, aber immer noch müde liefen wir zum Busbahnhof und kauften 2 Tickets nach Dubrovnik – Abfahrt 8:45Uhr.
Die Fahrt war rasant, serpentinenreich und eindrucksvoll. Die Landschaft ist einfach einmalig: riesige, steile Berge direkt am Meer, zahllose Badebuchten mit blauem, sauberen Wasser und kleine Örtchen hier und da.
Doch plötzlich kamen wir in einen Stau – Grenzkontrolle. Denn einige wenige Kilometer Küste gehört Bosnien und Herzegovina.

… Wie es weiterging schreib ich euch hier, wenn ich nicht mehr müde bin. Bis bald!

P1040343.JPG Wir hatten in der folgenden halben Stunde also die Gelegenheit die bosnisch-herzegowinische Küste in voller Länge zu betrachten. Dann kam die Grenze und wir waren wieder in Kroatien.
Nicht deutlich später kamen wir in Dubrovnik an – am Hafen allerdings. Wir liefen also zur Info, von dort zu einem Einkaufszentrum und dort nahmen wir Buslinie 6 nach Babin Kuk.
Das Autocamp Solitudo hatte einen Platz für uns und wir konnten endlich unser Zelt aufstellen, unsere Sachen verstauen und uns auf machen Richtung Altstadt.

FORTSETZUNG FOLGT

Weiter geht’s! Diesen Text hatte ich schon fertig, doch er ging verloren. Ich versuche es nun noch einmal.

Die Altstadt von Dubrovnik, mit ihrer majestätischen Stadtmauer ist ein echter Hingucker – doch leider überlaufen und restlos überteuert. Sogar das Betreten der Stadtmauer kostet rund 10€ – wir verzichteten und gingen stattdessen vor der Stadtmauer baden. In sicherer Distanz zu den (meist italienischen – ferragosto, oder Herr Berschick?) Touristen lies es sich trotz komplizierten Ein- und Ausstieg (Beton/Felstreppe die auf einem glitschigen Felsen führt der bei Wellengang gar keinen Halt bietet. Mit Schutzdistanz zu den anderen Touris wanderten wir noch auf einen der umliegenden Hügel und nach einem
kurzem Einkauf in einem dm (ohne Waaerspender?!) suchten wir einen weiter außerhalb liegenden Strand. Die Stimmung dort war toll: Musik, Wasserball, Grillgut. Das Wasser war sauber, überall tummelten sich Fische und sogar einige wenige Seeigel waren da. Wir tauchten noch in eine Höhle und verließen in Richtung Camping.
Dort kochte ich Dalmatische Suppe die wir mit Brot, Thunfisch (Dose) und Leberwurst (Dose) genossen. Lecker.

Ein Tag im Zug

P1040245.JPG Gestern war ein seltsamer Tag. Aufgewacht im strömenden Regen – die Wäscheleine vorm Zelt fiel mir auch erst nach einigen Minuten ein – bauten wir in einer Regenpause das Zelt ab, zahlten unsere 5700 und marschierten zur Metro. Und von jetzt an passierte fast alles nur noch im Zug. Mit der M3 zur M2 (Umstieg in einer unausprechbaren Station – erinnert mich immer an Star Trek Voyager – Ferengi und so…) und von dort zum Bahnhof Budapest Deli. Der Zug nach Zagreb stand schon an Gleis 10 und wir stiegen auch gleich ein. Auf den bequemen Polstersitzen – vergleichbar mit einem Sofa – sollten wir, mit wechselnden Mitreisenden (unter anderem 2 sehr unästhetische junge Menschen mit einem Hündchen namens Daisy), die kommenden 6,5 Stunden verbringen.
Es ging vorbei am Balaton (dieser Teil der Fahrt war belastend: an fast jedem Bahnhof hielt der Zug – und der Balaton ist seeeehr lang) Richtung kroatischer Grenze wo wir 3 Mal kontrolliert wurden: Von den Ungarn, einer kroatischen Zollfrau mit Haaren auf den Zähnen und von den kroatischen Beamten.
Zagreb rückte dann rapide näher und in der Zeit beobachteten wir einen Brite, der seiner Freundin gewisse … Dinge auf den Oberschenkel malte. Aber er vollbrachte auch eine gute Tat: Mit Eriks Klebeband klebte er eine Tür zu, die vorher regelmäßig gegen unser Abteil schlug und sich regulär nicht verschließen ließ.

ZAGREB. Was soll ich dazu sagen? Ich habe mir die Stadt als relativ graues Örtchen vorgestellt, kam aus dem Bahnhof und war vollkommen fasziniert. Ein großer, gut gepflegter, bunter Park und dahinter eine wundervoll sanierter Stadtkern standen gewissermaßen vor uns. Überall Cafés, Restaurants und vor allem: Hunderte glücklich vor sich hin flanierende, hauptsächlich junge Menschen.
Wir wurden auch sofort freundlich empfangen: Eine Frau führte uns bis zum Geldautomat als wir sie (nur) nach dem Weg fragten und die auch die Kellner der Bar, in der wir speisten, erwiesen sich als sehr hilfsbereit – wir durften Eriks Notebook in den Privaträumen der Bar zum Laden anstecken und sogar die Mitarbeitertoilette benutzen. Nach einem reichhaltigen Menü aus durchaus ortstypischen Versionen bekannter Burger, Palatschinken und 2 verschiedenen, sehr leckeren, lokalen Biersorten waren wir einfach nur glücklich und zufrieden.
Und voller Glücksgefühle quetschten wir uns in einen hoffnungslos überfüllten Nachtzug nach Split. Departure: 22:55Uhr, Arrival: 7:30
Also ideal zum Schlafen. Eigentlich. Im Zug nach Zagreb, einem TAGzug gab es Liegesitze mit Kopfstütze. Der NACHTzug hatte das beides nicht. Geschlafen haben wir, aber mit vielen Unterbrechungen.
Und auch hier sprang mir die Gastfreundlichkeit förmlich entgegen: eine mittelalte kroatische Frau (meine Sitznachbarin zur Rechten) bat mir nicht nur die gemeinsame Armlehne, sondern während einer meiner Wachphasen auch eine saftige Birne (und ein Taschentuch zum Mund abwischen) an.

Bilder folgen später! Immerhin eins ist jetzt da.

Guten Morgen Budapest!

Es regnet! Und ihr erratet nie wo unsere Handtücher und Badehosen sind. Vorm Zelt auf der Wäscheleine nämlich. Immerhin löst das ganze auch ein Problem: Nämlich das Platzproblem in meinem Rucksack. Das nasse Zeug häng ich jetzt bis zur nächsten Unterkunft außen an Selbigen.

Camping in Budapest

Bratislava entlässt uns mit einem kleinen Fußmarsch (der mit unserem Kampfgepäck – gewachsen durch das gute Wetter: lange Hosen, Regenjacke, Pullover und feste Schuhe sind jetzt verpackt – doch etwas belastend war) und mit nur 30 Minuten Verspätung kam unser Zug dann in Bratislava hlavni stanica an – wir quetschten uns mit sicher über hundert Wartenden in den recht vollen Zug und fanden gerade noch so einen Platz. Die Fahrt war eher unspektakulär und in Budapest fanden wir dafür ganz spektakulär schnell einen Zeltplatz der uns für 5700ft aufnahm.

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Die Metrolinie 3 (beim Metrofahren fällt auf: Kontrollen an jeder Ecke) nutzen wir dann zum Erreichen der Innenstadt. Und schon wieder ein echtes Highlight: Nach Prag und Bratislava nun Budapest: Sehr schön hergerichtet und sehr sehr sehenswert – und irgendwie ganz anders als die vorhergegangen Städte. Alles ist größer und weitläufiger, als das doch recht kleine Bratislava.
Und weil wir uns ja auch etwas gönnen wollen, besuchten wir eine der berühmten Budapester Thermen, deren Name aber (wie alles hier) zu unaussprechlich ist, als dass ich ihn hier nennen möchte/könnte. Und es hat sich gelohnt – Entspannung und Sightseeing in einem.
Zum Abendbrot gab es Gulaschsuppe (aus der Knorrtüte) verfeinert mit Kartoffeln (drei an der Zahl, geschält von mir persönlich) und als Beilage Würstchen mit Brötchen (achso: und Schokopudding zum Dessert).
Die Dusche hier ist zwar alles in allem akzeptabel sauber, aber man zieht sich hier unmittelbar neben dem Pissoir um – was eher gewöhnungsbedürftig ist.

P.s.: Das Beste hab ich ganz vergessen – das große Suzuki Swift Tuning Treffen(SSTT) ist in der Stadt. Das Bild (das wir bald nachreichen) spricht für sich ;)