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Der hoffentlich letzte Bus, Bar und Belgrad

Wenn man nur betrachtet was hier im Moment um mich herum passiert, wäre “Hitzeschlacht” oder “Sauna” ein treffender Name. Doch dazu später.

Der Tag begann wo er aufgehört hat – in der Wohnung von (keine Ahnung wie sie hieß) der montenegrinischen Dame, die uns nicht versteht, weil sie nur 2 Floskeln auf Englisch kann. Wir sind da einen Schritt weiter und verstehen immerhin einige Schlagwörter ihrer Sprache (Was sie spricht? Da kann ich nur mit den Schultern zucken – in Montenegro spricht man teils kroatisch, teils slowenisch, teils serbisch, teils montenegrinisch, und so weiter).
Heute allerdings scheiterten wir bei unserem Verständnis und sie holte einen englischen Sprachführer und zeigte mir die Zeile mit der Aussprach: “steij hijr” – es machte Klick: “No we will leave today … We – go. Thank you”. Also zahlten wir, packten zusammen und verschwanden aus dem Haus, das die Dame, nennen wir sie “Eva” mit den Worten: “my room – suuupeeer. Mh? Suuupeeeer. My rooms. Balkonia. Here balkonia. My balkonia. See? And internet” beschrieb. Stimmte ja auch zu fast 76% (ist ein Rundungswert).
Wir wanderten zum Busbahnhof und es stellte sich heraus, dass eine Morgendusche sinnlos gewesen wäre: nach schätzungsweise 20 min Fußmarsch waren wir komplett durchgeschwitzt. Der Bus war ein Schnäpchen, dafür aber sehr voll, sodass wir erst ab dem 3. Stop, einer Stadt namens Budva, nebeneinander sitzen konnten.
Der Bus fuhr eine Küstenstraße entlang und wir hatten fantastische Ausblicke auf die zahlreichen Buchten, Felsen, Inseln (Sveti Stefan inbegriffen) und Städtchen hatten. Ein Traum.
14:35 Uhr erreichten wir den Busbahnhof von Bar, einer der größten Städte des Landes und wie sich im Hafen zeigen sollte, Stützpunkt der (überschaubaren) Flotte von Montenegro. Der Busbahnhof liegt etwa 2 km vom Ortskern entfernt, dafür aber fast direkt neben dem Bahnhof. Wir reservierten für unschlagbare 6€ pro Kopf einen Platz im Liegewagen des nächsten Zuges: 21:10 Uhr. Die “Gaderoba” am Bahnhof war verschlossen und die Dame am Infoschalter nicht willig uns zu verstehen, weshalb wir frisch sonnenbecremt, zum Busbahnhof liefen und ich mit Charm und meinem brillianten Russisch Einlass in den dortigen Gepäckraum bekam (Zitat: “dobroi dien – i just have a question: Can we put our bags in the Gaderoba? – Hvala”). Befreit von dem unnötigen Ballast liefen wir in das Zentrum von Bar, sahen die Einkaufsmeile, eine bepalmte Strandpromenade, den Hafen und Strände ohne Ende. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen und verschwanden für etwa eine 3/4 Stunde im Wasser (zusammen mit den Seeigeln, aber vergleichsweise wenigen Fischen).
Es folgte ein Besuch im Supermarkt, wo wir uns mit Getränken, Brot und einigen Konserven (Leberwurst, Thunfisch) eindeckten.
Zurück zum Busbahnhof, wieder mein perfektes Russisch (dobroi dien) hervorgekehrt, Taschen zurückbekommen und zum Bahnhof gelaufen. Der Zug war schon da (1,5h vor der Abfahrt) und nach etwas Wartezeit begaben wir uns auf die Suche nach unseren Plätzen.
Im entsprechenden Abteil befanden sich schon 4 englischsprachige Backpacker, die unsere Betten nur zu gern als Ablage für ihre Rucksäcke genutzt hätten – wir arrangierten uns recht schnell miteinander und lachten gemeinsam die Katastrophe weg, in der wir saßen/lagen: Es war heiß, stickig und die Luftfeuchtigkeit lag bei etwa 100%. Der Platz reichte nur mit viel Fantasie für das Gepäck und die Liegen (immer 3 übereinander) wirken etwas abenteuerlich.
“W-E-L-L-I-N-G-T-O-N” buchstabierte mir Erik. Wenn wir etwas Internationales so sagen wollen, dass keiner es versteht, buchstabieren wir. “Steht hier auf dem Namensschild am Rucksack – denke die kommen von dort. Wo isn das?” – “Neuseeland würd ich meinen.”
Unser Verdacht erhärtete sich dann als wir den Aufkleber vom Flug sahen “Quantas” war die Airline. Unsere vier weiblichen Miteisenden (die im Moment schlafen – der Fahrtwind macht es temperaturmäßig erträglich) sind also wahrscheinlich Neuseeländer.
Die Fahrt ist bisher (Stunde 2 von 10) relativ ereignisarm – außer mir schlafen alle (ja, ich opfere mich für euch auf un tippe das hier im Liegen auf meinem iPod – meine Finger sind viel zu fett ;D ), draußen kann man die prachtvolle Landschaft (die Strecke soll eine der schönsten Europas sein – wir fahren relativ hoch über dem Tal, oft durch Tunnel, über Brücken, …) erahnen und das einzige Highlight war der Besuch der Polizei. Beim letzten Halt hämmerte es an unsere, von Innen verschlossene, Tür und wir hörten aufgebrachte Frauenstimmen. Wenige Augenblicke später öffnete die wütend schnatternde Dame mit dem Türöffner des Schaffners unser Abteil und fing an uns anzuschreien. Leider in der falschen Sprache, was ihre sicherlich klangvollen Schimpfwörter verpuffen lies. Das Bett unter mir fühlte sich – was Blickrichtung angeht – angesprochen und forderte frisch aufgewacht und augenscheinlich vom Geschrei genervt “English Please”. Sie sprach das aber in ihrem Akzent aus, und die Frau vor der Tür wurde noch wilder: “änglisch? I don’t no what that is – änglisch!!!!” – ich erhob meine Stimme leicht über ihre Tirade und betonte: “She said English! Please speak English or German!” – “ah. English? I know what that is!” sagte sie mir mit, man kann schon sagen hasserfülltem Blick. “We are full war mehrfach zu hören und als wir versuchten die Tür zu schließen schob die Frau ihre Mutter in den Türrahmen “YOU DON’T CLOSE THIS DOOR!!!!” – “Why?” – “BECAUSE I HAVE A RESERVATION FOR THAT WAGON!! YOU DON’T CLOSE THIS DOOR” – “Look, we are 6 persons, we have 6 tickets and 6 reservations” versuchte Erik zu erklären, aber die Frau ließ nicht mit sich reden und plärrte weiter. “the man is coming, we see what he says!!!” – der Schaffner kam – zusammen mit einem Polizist. Die Frau redete auf ihn ein, er ließ sie ausreden und zeigte ihr dann unsere Tickets und Reservierungen, die er gleich zu Beginn der Fahrt eingesammelt hatte. Sie sprach weiter sehr aufgebracht, gestikulierte und rückte nicht von ihrem Standpunkt ab. Jetzt unterbrach er sie mit lauter, klarer Stimme, wedelte mit unseren Tickets und nickte dem Polizisten zu, der die 2 jetzt aufforderte zu gehen. Ein letzter böser Blick traf unser Abteil und sie gingen. Wir bedankten uns bei Schaffner und Polizist und schlossen erleichtert unsere Tür.
Und seitdem ist nichts passiert: Der Zug fährt und ich tippe. Bilder folgen bald – ihr könnt euch freuen, die werden toll.

Wenn man nur betrachtet was hier im Moment um mich herum passiert, wäre “Hitzeschlacht” oder “Sauna” ein treffender Name. Doch dazu später.

Langes Warten und endlich Kotor

Guten Morgen auf dem Campingplatz Solitudo. Um 10 sollte unser Bus nach Kotor gehen, also checkten wir um 9 aus. In der Theorie toll – die Praxis war eine überforderte Rezeption und wir erreichten den Bus zur Bus Station erst halb 10. Und tada: er blieb im Stau stecken und wir kamen erst nach um 10 am Busbahnhof an – wir kaufen also Tickets für den 15:30er Bus nach Kotor und ließen uns in der Wartehalle nieder.P1040367.JPG
Einige Stunden später saßen wir endlich im Bus und fuhren durch eine verzaubernde Landschaft. Hohe, steile Berge direkt am Wasser, an diese Formationen herangebaute Orte und dazwischen die kleine Straße, die sich durch die Szenerie schlängelt.
Die Grenze zu Montenegro war etwas aufregend weil die Kontrolleurin die Ausweise und Pässe einsammelte und erst später dem Busfahrer übergab. Mit einer Fähre überquerten wir die Bucht und der Bus tuckerte nach Kotor. Am Bahnhof empfing uns eine bestimmt 60 jährige, auffällig rot gekleidete Frau, die etwas von “super rooms” mit “balkonia” und Internet faselte. 10€. Wir zögerten. 8€. Ok.
Wir folgten ihr eine ganze Weile bis zu einem unschenbaren Häuserblock. In der obersten Etage (jeder hat eine anders aussehende Wohnungstür – warum?!) zeigte sie uns 2 Räume und wir suchten uns den mit Balkon aus. Ihr Sohn(?) war auch da und konnte immerhin englisch. Seine Mutter spricht nur Brocken und meist ihre Muttersprache.
Auf zur Altstadt hieß es also. Die ist auch von einer Mauer umgeben und wunderschön. Für 3€ gönnten wir uns die Wanderung zur Festung und kletterten einen abenteuerlichen Weg bergauf. Auch Hinweise das “Risk Level” betreffend ignorierten wir und erkundeten alles rund um die Festung. Es ist mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben. Als wir ganz oben ankamen war es schon nach 9 und entsprechend dunkel. Vorsichtig tasteten wir uns die Treppen und Wege wieder herab und gingen essen.
Für 5,50€ war ich beim Italiener an der Strandpromenade komplett satt und zufrieden (Pizza con funghi + ein großes Bier). Guter Preis oder?
Ich muss sagen: Kotor gefällt mir viel besser als Dubrovnik, weniger touristisch, weniger überlaufen und viel authentischer.
Abends skypte ich noch eine Weile mit Lisa und ging dann schlafen. Gute Nacht!

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Trinkgeld

Wir hatten heute einen kleineren Aufenthalt in der (klimatisierten) Buswartehalle in Dubrovnik und bei allerhand Zeit das Geschehen zu beobachten. Besonders lustig: die Putzfrauen (bzw: weiblichen Reinigungsfachkräfte) – ab und zu verschäumst eine in den Toiletten und macht sauber, dann kehrt die andere die Halle durch, aber meistens sitzen sie hier an ihrem Tischlein, unterhalten sich (auch mit Kioskfrau, Sicherheitspersonal und dem Mann von der Gepäckaufbewahrung) und trinken einen Kaffee nach dem anderen. Der kostet am Automat 3 Kuna. Und wollt ihr wissen wie sie den finanzieren? Richtig: Toilettenbenutzung kostet auch 3 Kuna – seht ihr den Zusammenhang?

Das ist übrigens keine Verschwörungstheorie, das ist Realität: Wenn eine Kaffee holt, nimmt sie Geld aus der – im wahrsten Sinne des Wortes – Trinkgeldkasse.

Dubrovnik – Die Stadt mit der Mauer

Der Tag begann grauenvoll: Wir mussten um 6 aufstehen (also nach weniger als 4 Stunden Schlaf) um den Katamaran nach Split zu erreichen. Rafael hatte uns das empfohlen und sein Plan sollte auch aufgehen, denn noch vor 13 Uhr waren wir in Dubrovnik.
P1040350.JPG Zuvor aber schliefen wir auf der einskommafünfstündigen Fährfahrt einfach in unseren Sesseln ein und erst beim Herausgehen sah ich, dass Johannes Paul II bereits mit der “Karolina” gefahren ist (Beweisfoto hing an der Bar).
Etwas erholter, aber immer noch müde liefen wir zum Busbahnhof und kauften 2 Tickets nach Dubrovnik – Abfahrt 8:45Uhr.
Die Fahrt war rasant, serpentinenreich und eindrucksvoll. Die Landschaft ist einfach einmalig: riesige, steile Berge direkt am Meer, zahllose Badebuchten mit blauem, sauberen Wasser und kleine Örtchen hier und da.
Doch plötzlich kamen wir in einen Stau – Grenzkontrolle. Denn einige wenige Kilometer Küste gehört Bosnien und Herzegovina.

… Wie es weiterging schreib ich euch hier, wenn ich nicht mehr müde bin. Bis bald!

P1040343.JPG Wir hatten in der folgenden halben Stunde also die Gelegenheit die bosnisch-herzegowinische Küste in voller Länge zu betrachten. Dann kam die Grenze und wir waren wieder in Kroatien.
Nicht deutlich später kamen wir in Dubrovnik an – am Hafen allerdings. Wir liefen also zur Info, von dort zu einem Einkaufszentrum und dort nahmen wir Buslinie 6 nach Babin Kuk.
Das Autocamp Solitudo hatte einen Platz für uns und wir konnten endlich unser Zelt aufstellen, unsere Sachen verstauen und uns auf machen Richtung Altstadt.

FORTSETZUNG FOLGT

Weiter geht’s! Diesen Text hatte ich schon fertig, doch er ging verloren. Ich versuche es nun noch einmal.

Die Altstadt von Dubrovnik, mit ihrer majestätischen Stadtmauer ist ein echter Hingucker – doch leider überlaufen und restlos überteuert. Sogar das Betreten der Stadtmauer kostet rund 10€ – wir verzichteten und gingen stattdessen vor der Stadtmauer baden. In sicherer Distanz zu den (meist italienischen – ferragosto, oder Herr Berschick?) Touristen lies es sich trotz komplizierten Ein- und Ausstieg (Beton/Felstreppe die auf einem glitschigen Felsen führt der bei Wellengang gar keinen Halt bietet. Mit Schutzdistanz zu den anderen Touris wanderten wir noch auf einen der umliegenden Hügel und nach einem
kurzem Einkauf in einem dm (ohne Waaerspender?!) suchten wir einen weiter außerhalb liegenden Strand. Die Stimmung dort war toll: Musik, Wasserball, Grillgut. Das Wasser war sauber, überall tummelten sich Fische und sogar einige wenige Seeigel waren da. Wir tauchten noch in eine Höhle und verließen in Richtung Camping.
Dort kochte ich Dalmatische Suppe die wir mit Brot, Thunfisch (Dose) und Leberwurst (Dose) genossen. Lecker.