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Selbstauslöser #04

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Morgens Zug und abends Zug

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Der dritte Tag begann wo der zweite endete: In einem etwas verwahrlosten Zimmer in Brno/Brünn. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Bahnhof.
Nach kurzem Warten vor der Anzeigetafel ging es zum Gleis (nastupiste 1) und dann in den Zug. Den klimatisierten Zug.
Unser erster Mitreisender des Tages saß bereits im Abteil und wirkte recht amüsiert, als wir vor seinen Augen ein 3/4 Brot, eine Packung Hochland Schmelzkäse und eine halbe Pfeffersalami verspeisten.
Nach nur wenigen Stationen stieg er aus und 3 Amerikanerinnen (2 davon gehörten der eher beleibteren Kategorie an) wurden unsere Gäste. Wir lauschten ihren tendenziell belanglosen Gesprächen, mussten aber schon ab Bratislava wieder darauf verzichten: sie stiegen aus und wir blieben für den Rest der Fahrt allein.  hätte ich fast behauptet und dabei einen älteren Herrn mit typischem Entführungsgeldübergabekoffer vergessen, der sich auch kurz zu uns gesellte. Asche auf mein Haupt.IMG_1830.JPG
In Budapest Keleti pu. angekommen, suchten wir die Internationalen Ticketschalter, zogen eine Wartenummer und nach kurzem Durcheinander buchten wir etwas, dass die Verkäuferin als “Liegesitze” beschrieb (die Four bed compartments waren voll). Geldwechseln, Schließfächer füllen, Nahverkehrsticket kaufen – das waren die nächsten Schritte.
Zunächst mit der Straßenbahn, dann mit der Metro ging es ins Zentrum. Kettenbrücke, Parlament und Co warteten bereits.
Anmerkung: Den folgenden Teil schreibe ich jetzt zum zweiten Mal. Es gab hier technische Defekte und nun ist alles was ich ab hier getippt habe verloren. Und ich habe viel getippt.
Wir liefen durch belebte Straßen, über die Kettenbrücke und dann den Uferweg entlang um das wundervolle Parlament gut sehen zu können. Selbstverständlich, muss man sagen, war es sehr schön. Aber ebenso selbstverständlich sollte man ergänzen: Es war sehr, sehr heiß. Die Sonne brannte unerbittlich und wir brauchten dringend eine Abkühlung.
In einer Metrostation fragten wir jemandem nach einem Freibad und nachdem uns auf einem Stadtplan erklärt wurde, wo ein solches Bad zu finden sein sollte, wurden wir auch noch zur passenden U-Bahn gewiesen. So kam es, das wir auf der Margareteninsel landeten. Wir irrten recht lange durch die Gegend und als wir endlich das Bad fanden – schloss es gerade. Frustriert setzten wir uns zu einem Imbiss und bestellten 3 Pizzen. Das war nicht so erfrischend wie ein Bad, aber schlecht war es auch nicht._MG_1836.JPG
Um trotzdem noch dem Wasser nahe zu kommen, stiegen wir in einen Brunnen gleich in der Nähe. In diesem Planschten schon viele Leute herum und auch wir nutzten die Gelegenheit zum Kühlen der Füße und Beine (Beweisfoto, siehe Selbstauslöser #04). Während der Brunnen seine beeindruckende Wassershow abspielt, läuft im Hintergrund klassische Musik – in unserem Fall unter anderem “An der schönen blauen Donau” vom Walzerkönig Strauß – ein interessantes Schauspiel.
Schließlich wurde es Zeit den Rückweg zum Bahnhof. Ab in die Metro, fünf Stationen fahren, fertig. Bevor wir uns aber auf die Suche nach dem Zug machten, deckten wir uns in einem Spar mit ein paar Vorräten ein (Brot, Marmelade, Getränke). Auf einer Bank am Bahnsteig wurde dann Rast gemacht und auf eine Änderung der Anzeigetafel gewartet. Als dann endlich das Gleis bekannt war, holten wir unser Gepäck aus den Schließfächern und stiegen zu.
Der Nachtwagenbegleiter nahm unsere Tickets an sich und zeigte uns die reservierte Kabine. Und jetzt: Überraschung! Betten. Lisas Begeisterung war zunächst noch etwas verhalten (wenn man die etwas abenteuerliche Konstruktion allerdings zum ersten Mal sieht, die Zugtoilette widerlich stinkt und auch noch das Waschbecken verstopft ist, dann ist das aber auch irgendwie nachvollziehbar), da wir aber mit Klappsitzen oder Ähnlichem gerechnet hatten, waren wir doch sehr zufrieden.

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Nach einiger Zeit gesellten sich dann noch 2 Holländer zu uns und es gelang sogar im allgemeinen Chaos, des sich füllenden Zuges für alle in unserem Abteil, Kissen und Decken zu organisieren.
Das einzig nennenswerte Ereignis der weiteren Fahrt ereignete sich dann in der Nacht um etwa 1 Uhr: Zuerst kamen die ungarischen, dann die serbischen Grenzbeamten um uns kurz zu wecken und “passport kontroll” zu rufen.