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Wiedersehen mit Split

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Wir erwachten. Es war warm, wir waren müde. Der Boden auf dem Zeltplatz hat uns einige Stunden Schlaf geraubt. Doch es nützte nichts – fix unter die Dusche, Sachen packen und ab zum Hafen. Dort angekommen statteten wir uns mit Proviant aus und warteten darauf, dass die Riesen-Fähre fertig ausgeladen hatte (es ist schon ziemlich faszinierend, wenn ein großer LKW nach dem anderen aus dem Bauch des Schiffes gefahren kommt). Nach langem Warten konnten wir uns dann endlich einen Platz im Inneren suchen, unser Essen auspacken und es verspeisen. Gesättigt schauten wir noch eine Weile aus dem Fenster und kamen schließlich in Split an. Die Jungs waren hier letztes Jahr schon und kannten sich daher schon etwas aus. Wir buchten einen Zug für die kommende Nacht und schlossen unsere Rucksäcke, aus denen wir vorher jegliche Badesachen entfernt hatten, in viel zu klein aussehende Schließfächer (Zitat Erik: “Wenn die dort rein passen, fress ich einen Besen” – darauf kommen wir nochmal zurück, mein Freund!)._MG_2248.JPG
Vielleicht kennt ihr schon unser Titelbild der diesjährigen Reise. Drei Comicfiguren (die ein bisschen an uns erinnern) auf dem Bahnhof in Split, im Hintergrund ein Kirchturm und strahlend blauer Himmel. Wir beschlossen, dieses Bild nachzustellen, wenn wir schon einmal hier waren. Mit Kameras und passenden T-Shirts unterm Arm ging es also noch einmal zum Gleis 2, Stativ mit Kamera aufgestellt und angepasst, einmal nett gelächelt und schon konnte es weitergehen: zum Strand. Wie fast überall hier in der Gegend war auch Dieser ein Steinstrand. Egal, hauptsache Wasser! Also hinein ins feuchte Nass. Das tat gut, auch wenn der Salzgeschmack jegliches Gefühl im Mund- und Rachenraum verdrängte. Noch eine ganze Weile lagen wir in der Sonne herum und schwammen. Als wir genug vom Wasser hatten liefen wir in Richtung eines kleinen Imbisses und die Jungs aßen Tortillas gefüllt mit Hühnerfleisch. Ich (Lisa) verzichtete, da ich mir im Laufe des Tages in der prallen Sonne und auf den heißen Steinen anscheinend einen kleinen Sonnenstich wegholte und mich den restlichen Abend mit Übelkeit rumplagen musste.P1060343.JPG
Schließlich schlenderten wir noch etwas durch die Straßen, beobachten wie immer die Leute und lauschten der Musik, die vom Markt her zu uns drang.
Um ca. 20:45 Uhr bezogen wir unsere Plätze im Nachtzug – Sitzplätze. Die Sitze konnte man zwar ein kleines bisschen nach vorn ziehen, doch das war jetzt auch nicht viel bequemer. Anfangs blieben wir noch aufrecht im Abteil sitzen, doch als nach einer Zeit noch immer niemand zustieg, legten wir uns quer. Paul legte sich auf den Fußboden, da es leider nur zwei Sitzreihen gab. Doch so nett wie ich bin, wechselte ich mich mit ihm ab. Geschlafen haben wir nicht viel, also war das schon die zweite schlaflose Nacht.

Busfahrt extrem und ungewollter Zwischenhalt

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Budva, früh morgens. Wir haben zwar gut geschlafen, aber es ist zu zeitig. Wir machen uns fertig, packen die Rucksäcke, schreiben eine Dankesbotschaft an Serena und laufen Richtung Busbahnhof. Auf dem Weg kaufen wir Wasser und etwas Obst für die Fahrt.
Unser sensationeller Plan den Bus nach Ploce und von dort eine Fähre nach Hvar zu nehmen, ist bereits im Planungsstadium gescheitert, da Busse von Budva nur unregelmäßig nach Ploce und Fähren von Ploce nur selten nach Hvar fahren. Tadatadaa: Genialer Plan tot.
Also erstmal nach Dubrovnik und dort einen weiteren Bus nehmen. Theoretisch eine tolle Idee, praktisch wurde es anders.
Der Bus war alt und selbstverständlich unklimatisiert – bis hier her unschön, aber keine Katastrophe. Der Busfahrer hatte es nicht so mit dem Anfahren, es ruckelte regelmäßig – auch nicht toll, aber solang wir ankommen: ok. An der Grenze wurden wir regelrecht zerpflückt, mussten ewig warten, kochten im Bus und kamen schließlich mit reichlich Verspätung an. Nach dieser Tortour war klar: Heute fahren wir in keinem Bus mehr mit.P1060297.JPG
Wir hatten unsere Rucksäcke gerade aus dem Gepäckfach des Buses geholt und wollten zur Info laufen, als uns eine Frau ansprach: “You need room?”. Mittlerweile etwas geübt im Umgang mit dieser Art der Zimmervermittlung handelten wir (besonders: Lisa) sie um 10€ herunter. Mit “Come, I have car.” überraschte sie uns gleich richtig. Wie stiegen in ihren roten VW Polo und ab ging die Fahrt (niedrige Gänge, hohe Drehzahlen).
Die Unterkunft lag recht günstig, denn man konnte sowohl Strand als auch Altstadt gut erreichen. Um in unser Zimmer zu gelangen mussten, wir ein Zimmer durchqueren, in dem ein großer Vorhang gespannt war. Dahinter war ein Fernseher zu erkennen und Kinderstimmen (sowie nachts ein lautes Schnarchen) zu hören. Als wir ankamen, waren unsere Vorgänger noch nicht ganz abgereist, was unsere Vermieterin etwas ärgerte.
Nach einiger Zeit waren wir dann endlich allein im Zimmer. Lisa wusch unsere Wäsche und wir spannten eine Leine durch das Zimmer. Aus Platz-, aber auch Luftfeuchtigkeitsgründen mussten wir die größeren Sachen dann aber ins Freie auf ein Treppengeländer hängen.
Plicht getan – jetzt werden die natürlichen Instinkte wieder wach: Baden! Wir liefen also zum Strand (und das dauerte selbstredend mehr als die “one minute”, von der die nette Vermieterin sprach). Ob das dort so üblich ist, oder nicht wussten wir nicht genau, als wir plötzlich (ohne eine Absperrung zu überwinden) an einem Hotelpool standen. Diesen ließen wir jedoch links liegen, kletterten über eine Mauer (jetzt also doch) und waren an einem hübschen Felsstrand. Mit unseren neuen Schwimmbrillen beobachteten wir dort die Fische und tauchten ab. Diese Erfrischung tat richtig gut._MG_2145.JPG
Nach einer kurzen Pause in unserem Zimmer, gingen wir zur Bank, holten Geld und gingen Essen: Pizza und Spaghetti. Anschließend -es war bereits am dunkel- liefen wir in die berühmte Altstadt, beobachteten das bunte Treiben, gaben uns der experimentellen Fotografie hin und genossen ein Bier im Hafen.

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Genua – kann man gesehen haben, muss man aber nicht

Aloha Leser. Ich glaube der Artikel hier wird nicht gut. Denn meine Laune ist an einem Tiefpunkt – der verlorene Hut macht mich rasend und ich verfluche meine eigene Doofheit. Mist Mist Mist.
DSC00582.JPG Dabei war der Rest vom Tag doch so schön: gut ausgeschlafen wachten wir in unserem Hostel auf, duschten, packten unsere Sachen und organisierten uns ein kleines Frühstück, dass wir auf dem Bahnhof zu uns nahmen.
Auch mit den -unreservierten- Zügen hatten wir Glück. Der Erste fuhr mit uns durch eine sonnige Toskana-Kulisse (für Insider: auch durch Empoli) bis nach Pisa, wo wir in einem angeblich ausgebuchten, reservierungspflichtigen InterCity einen Sitzplatz fanden und diesen, trotz der an jeder Station beständig einsteigenden Menschenmassen, verteidigen.
Der Bahnhof Genua Brignole ist ein im Innenraum recht elegantes Gebäude und besitzt zu allem Überfluss sogar nettes Info-Schalter-Personal. So erfuhren wir wie wir Frankreich am besten erreichen können: Mit einem Zug nach Ventomiglia, einer Stadt nahe der Grenze, wo man nach Nizza umsteigen kann. Wenige Minuten später war ein Ticket bis Ventomiglia reserviert und das Gepäck am Schalter abgegeben.
Auf in die Stadt! Diesmal dachten wir auch daran die Sonnencreme mitzunehmen, was wir -zum Glück ohne schlimmere Folgen bisher- schon hier und da vergessen hatten. Unseren Hunger stillten wir mit der italienischen Interpretation einer typisch deutschen Spezialität: Döner. In einem ciabattaartigen Brötchen bekamen wir von einem Türke (zumindest denke ich, dass es einer war – er konnte sogar etwas Deutsch) unser Mittagessen (übrigens mit Pommes – im Döner!!! Als Teil der Beilage!!!) überreicht.
Tagesordnungspunkt 1(uno) abgehakt. Es folgt Nummer
2(due): Elektronikgeschäft. Wir wollten wegen Eriks Kamera um Rat fragen und eventuell eine einfache Digitalkamera kaufen. Das Glück und der Zufall waren hier großartige Helfer: Als wir gerade an einer Ampel standen und darüber sprachen, entdeckte ich auf der anderen Seite ein entsprechendes Geschäft und wir konnten unseren Plan nach kurzem, orientierungslosen Umherlaufen im erstaunlich großen, verwinkelten, zwei-stöckigen und vielseitigen (von Fernsehern, über DVDs, über Videokameras, über Computer bis hin zu Büchern) Geschäft in die Tat umsetzen. Leider konnte man die Kamera nicht reparieren und eine Neue war schlicht zu teuer.
Wir beschlossen also uns zunächst hemmungslos zu verlaufen um schließlich einen Spiaggio Libero zu finden, an dem die Einheimischenquote etwa 90% betrug. Wir zogen uns um, liefen über den glühend heißen Steinstrand und stiegen ins Wasser. Die Brühe war zwar einigermaßen trüb, aber je weiter man hinausschwamm, desto besser wurde die Wasserqualität.
Nach dem Baden schleppten wir uns erschöpft in die Innenstadt, aßen einen Happen, kauften uns Brötchen, Belag sowie ein 1/8 Melone und genossen das alles an Bahnsteig 1.
21:02 kam dann unser Zug nach Ventomiglia, in dem wir uns ein Abteil mit 3 kartenspielenden Italienern teilten. 23:32 Uhr fuhr dann der Zug nach Nizza los (mit uns, ohne meinen Hut) und kam etwas früher als geplant dort an – doch zu dem Fiasko kommen wir später.

Das zweite Meer für dieses Jahr

Was haben wie hier gut geschlafen! Frisch geduscht, hygienisiert und gut verpflegt sind wir eingeschlafen und gut gelaunt und erholt aufgewacht. Entgegen meiner Befürchtungen ist sogar unsere Wäsche trocken geworden und ich konnte die Wäscheleine wieder einpacken.

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Kurz vor 12 verließen wir dann die Unterkunft und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. (Das Rätsel um seine außergewöhnliche Schönheit ist gelöst: Es handelt sich um einen ehemals wichtigen Halte- und sogar Endpunkt des Orientexpress) Und den verstehe wer will. Am Ticketschaltern kann man uns nicht helfen, weshalb wir den “Reservation/Advanced Booking”-Schalter probierten – ohne Erfolg. Wir sollen ins die Stadt zurück in ein staatliches Reisebüro – nur da kann man ein Ticket ins Ausland kaufen. Bevor wir dorthin liefen, wollten wir unser Gepäck los werden. Der Gepäckschalter ist allerdings geschlossen und an der Tür steht: “THE LEFT LUGGAGE OFFICE IS SITUATED TO THE RIGHT OF THE EXIT – THE FIRST DOOR”. Der Hinweis hilft nur bedingt denn der Bahnhof hat mindestens 4 Ausgänge und an einer auf die Beschreibung zutretenden Tür stand eine kopfschüttelnde Frau, die uns weg schickte. Völlig verzweifelt stolperten wir dann doch noch über die Gepäckabgabe, die gerade Mittagspause hatte. Manchmal hilft nur Geduld.

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Ohne Gepäck auf den Schultern machten wir uns auf den Weg zum staatlichen Reisebüro und kaufen von einer netten, aber resoluten Frau 2 Reservierungen für den letzten -aus naheliegenden Gründen- nicht vollen Zug nach Bukarest, er fährt eigentlich nach Minsk und ist nachts um 3!!! in Bukarest. Freude!

Hunger und Durst überkamen uns und trieb uns in einen “Mandarin Supermarket”. Für umgerechnet 1,50€ gab es z.B. 6l Limonade. Bulgarien ist gar nicht so teuer ;)

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Mit den Einkäufen marschierten wir zum Strand, wo uns erst der Bademeister aus dem Wasser und kurz darauf die Schirmvermieterin von unserem Schirm vertrieb. Leicht verzweifelt liefen wir den Strand entlang und suchten eine schirmfreie Stelle an der eine gelbe statt einer roten Fahne hing. Da durften wir Baden und hatten sogar Schatten (neben dem Rettungsschwimmerturm). Schöne, hohe Wellen, ein weicher Sandstrand, leider aber nicht so sauberes Wasser wie in Kroatien.
Erschöpft vom vielen Baden ging es Essen und dann hierher: In den Mutter-Kind-Warteraum des Bahnhofs. Hier gibt es Internet, eine Steckdose und weit und breit weder eine Mutter noch ein Kind. Und bald kommt der Zug. Morgen erfahrt ihr dann wie die Fahrt war. Bis dahin!

Anstrengung in Split

P1040291.JPG Was für eine sagenhafte Hitze. Als wir heut früh halb erholt aus dem Zug stolperten und uns am Hafen zum Ausruhen auf eine Bank setzten, ahnten wir nicht, was uns erwarten würde.
Zunächst einmal liefen wir auf der Suche nach einer Unterkunft in einen Konzum um ein kleines Frühstück zu organisieren. Wir hatten seit Stunden nichts nennenswertes zu uns genommen und stopften jetzt allerlei Kram (Kekse, Crossaints, Schoko-/Fruchtmilch, Saft, Eistee) in uns herein. Gut gesättigt fanden wir ein Hostel und reservierten uns ein Plätzchen – Check-out sollte erst 10 Uhr beginnen, es war aber nicht mal 9. Also legten wir das Gepäck ab und spazierten durch die Innenstadt (antik. Palast des Diokletian – sehr hübsche Säulen und Bögen – aber nicht auf dem
offenen Feld wie in Rom [vgl. Forum Romanum] sondern integriert in die Innenstadt.) Split ist im ganzen recht schön – Straßen und Fußwege teilweise aus Marmor, schön sanierte Gebäude, .. Aber eben auch touristisch geprägt. Was auch auffällt: recht viele beschmierte Wände (was ich entziffern konnte war hauptsächlich Schwulenfeindlich, rechtsradikal [u.A. SS-Rune] oder es befasste sich mit Fußball. Auch Vandalismus ist hier und da ein Problem und an weiter außerhalb gelegenen Orten liegen seltsame Müllberge am Straßenrand. Aber im Großen und ganzen ist es hier sehr ordentlich – aber die genannten Ausnahmen fielen irgendwie auf – vielleicht auch nur weil der Rest so gepflegt ist.
P1040278.JPG Zum Zeitschinden ging es dann noch an den Nordstrand der Halbinsel – auch das lohnenswert: grün, weitgehend naturbelassen.
Check-in (noch 3 Dänen [groß, blond] und ein Brite [kleiner, rundlich, dunkelhaarig] auf dem Zimmer – mit Klima!!), Siesta und dann Strand. Wasser ist schön warm, Strand aber steinig, dafür nicht so überlaufen (auch war weit und breit keine Liege zu sehen).
Ziemlich erschöpft wanderten wir noch auf den Berg in der Mitte der Hslbinsel – zum Aussichtspunkt. Die Hitze auf der Wanderung war unglaublich – als wir wieder im Hostel ankamen, waren wir wie gerädert. Zur Krönung der Situation hatte dann auch noch der Supermarkt zu und wir mussten auf einen Imbiss zurückgreifen – Cevapi. Das ist ein großes mit klops-(buletten-)artigen Fleischbällchen und Gemüsezeugs gefülltes Brötchen.P1040256.JPG
Zu Trinken gibt es jetzt leider nur noch Tee aus dem Hostel – der Rest ist alle.