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Busfahrt extrem und ungewollter Zwischenhalt

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Budva, früh morgens. Wir haben zwar gut geschlafen, aber es ist zu zeitig. Wir machen uns fertig, packen die Rucksäcke, schreiben eine Dankesbotschaft an Serena und laufen Richtung Busbahnhof. Auf dem Weg kaufen wir Wasser und etwas Obst für die Fahrt.
Unser sensationeller Plan den Bus nach Ploce und von dort eine Fähre nach Hvar zu nehmen, ist bereits im Planungsstadium gescheitert, da Busse von Budva nur unregelmäßig nach Ploce und Fähren von Ploce nur selten nach Hvar fahren. Tadatadaa: Genialer Plan tot.
Also erstmal nach Dubrovnik und dort einen weiteren Bus nehmen. Theoretisch eine tolle Idee, praktisch wurde es anders.
Der Bus war alt und selbstverständlich unklimatisiert – bis hier her unschön, aber keine Katastrophe. Der Busfahrer hatte es nicht so mit dem Anfahren, es ruckelte regelmäßig – auch nicht toll, aber solang wir ankommen: ok. An der Grenze wurden wir regelrecht zerpflückt, mussten ewig warten, kochten im Bus und kamen schließlich mit reichlich Verspätung an. Nach dieser Tortour war klar: Heute fahren wir in keinem Bus mehr mit.P1060297.JPG
Wir hatten unsere Rucksäcke gerade aus dem Gepäckfach des Buses geholt und wollten zur Info laufen, als uns eine Frau ansprach: “You need room?”. Mittlerweile etwas geübt im Umgang mit dieser Art der Zimmervermittlung handelten wir (besonders: Lisa) sie um 10€ herunter. Mit “Come, I have car.” überraschte sie uns gleich richtig. Wie stiegen in ihren roten VW Polo und ab ging die Fahrt (niedrige Gänge, hohe Drehzahlen).
Die Unterkunft lag recht günstig, denn man konnte sowohl Strand als auch Altstadt gut erreichen. Um in unser Zimmer zu gelangen mussten, wir ein Zimmer durchqueren, in dem ein großer Vorhang gespannt war. Dahinter war ein Fernseher zu erkennen und Kinderstimmen (sowie nachts ein lautes Schnarchen) zu hören. Als wir ankamen, waren unsere Vorgänger noch nicht ganz abgereist, was unsere Vermieterin etwas ärgerte.
Nach einiger Zeit waren wir dann endlich allein im Zimmer. Lisa wusch unsere Wäsche und wir spannten eine Leine durch das Zimmer. Aus Platz-, aber auch Luftfeuchtigkeitsgründen mussten wir die größeren Sachen dann aber ins Freie auf ein Treppengeländer hängen.
Plicht getan – jetzt werden die natürlichen Instinkte wieder wach: Baden! Wir liefen also zum Strand (und das dauerte selbstredend mehr als die “one minute”, von der die nette Vermieterin sprach). Ob das dort so üblich ist, oder nicht wussten wir nicht genau, als wir plötzlich (ohne eine Absperrung zu überwinden) an einem Hotelpool standen. Diesen ließen wir jedoch links liegen, kletterten über eine Mauer (jetzt also doch) und waren an einem hübschen Felsstrand. Mit unseren neuen Schwimmbrillen beobachteten wir dort die Fische und tauchten ab. Diese Erfrischung tat richtig gut._MG_2145.JPG
Nach einer kurzen Pause in unserem Zimmer, gingen wir zur Bank, holten Geld und gingen Essen: Pizza und Spaghetti. Anschließend -es war bereits am dunkel- liefen wir in die berühmte Altstadt, beobachteten das bunte Treiben, gaben uns der experimentellen Fotografie hin und genossen ein Bier im Hafen.

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Langes Warten und endlich Kotor

Guten Morgen auf dem Campingplatz Solitudo. Um 10 sollte unser Bus nach Kotor gehen, also checkten wir um 9 aus. In der Theorie toll – die Praxis war eine überforderte Rezeption und wir erreichten den Bus zur Bus Station erst halb 10. Und tada: er blieb im Stau stecken und wir kamen erst nach um 10 am Busbahnhof an – wir kaufen also Tickets für den 15:30er Bus nach Kotor und ließen uns in der Wartehalle nieder.P1040367.JPG
Einige Stunden später saßen wir endlich im Bus und fuhren durch eine verzaubernde Landschaft. Hohe, steile Berge direkt am Wasser, an diese Formationen herangebaute Orte und dazwischen die kleine Straße, die sich durch die Szenerie schlängelt.
Die Grenze zu Montenegro war etwas aufregend weil die Kontrolleurin die Ausweise und Pässe einsammelte und erst später dem Busfahrer übergab. Mit einer Fähre überquerten wir die Bucht und der Bus tuckerte nach Kotor. Am Bahnhof empfing uns eine bestimmt 60 jährige, auffällig rot gekleidete Frau, die etwas von “super rooms” mit “balkonia” und Internet faselte. 10€. Wir zögerten. 8€. Ok.
Wir folgten ihr eine ganze Weile bis zu einem unschenbaren Häuserblock. In der obersten Etage (jeder hat eine anders aussehende Wohnungstür – warum?!) zeigte sie uns 2 Räume und wir suchten uns den mit Balkon aus. Ihr Sohn(?) war auch da und konnte immerhin englisch. Seine Mutter spricht nur Brocken und meist ihre Muttersprache.
Auf zur Altstadt hieß es also. Die ist auch von einer Mauer umgeben und wunderschön. Für 3€ gönnten wir uns die Wanderung zur Festung und kletterten einen abenteuerlichen Weg bergauf. Auch Hinweise das “Risk Level” betreffend ignorierten wir und erkundeten alles rund um die Festung. Es ist mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben. Als wir ganz oben ankamen war es schon nach 9 und entsprechend dunkel. Vorsichtig tasteten wir uns die Treppen und Wege wieder herab und gingen essen.
Für 5,50€ war ich beim Italiener an der Strandpromenade komplett satt und zufrieden (Pizza con funghi + ein großes Bier). Guter Preis oder?
Ich muss sagen: Kotor gefällt mir viel besser als Dubrovnik, weniger touristisch, weniger überlaufen und viel authentischer.
Abends skypte ich noch eine Weile mit Lisa und ging dann schlafen. Gute Nacht!

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Selbstauslöser #11

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Selbstauslöser #10

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Selbstauslöser #09

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Trinkgeld

Wir hatten heute einen kleineren Aufenthalt in der (klimatisierten) Buswartehalle in Dubrovnik und bei allerhand Zeit das Geschehen zu beobachten. Besonders lustig: die Putzfrauen (bzw: weiblichen Reinigungsfachkräfte) – ab und zu verschäumst eine in den Toiletten und macht sauber, dann kehrt die andere die Halle durch, aber meistens sitzen sie hier an ihrem Tischlein, unterhalten sich (auch mit Kioskfrau, Sicherheitspersonal und dem Mann von der Gepäckaufbewahrung) und trinken einen Kaffee nach dem anderen. Der kostet am Automat 3 Kuna. Und wollt ihr wissen wie sie den finanzieren? Richtig: Toilettenbenutzung kostet auch 3 Kuna – seht ihr den Zusammenhang?

Das ist übrigens keine Verschwörungstheorie, das ist Realität: Wenn eine Kaffee holt, nimmt sie Geld aus der – im wahrsten Sinne des Wortes – Trinkgeldkasse.