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_MG_2309.JPG Zagreb bescherte uns eine neue Erfahrung: Wir schliefen gut und recht lang. Nach Campingplatz und unbequemem Nachtzug war das Gold wert. Mit frischen Kräften ging es zum Bahnhof, wo wir im Konzum unsere verbliebenen Kunas ausgeben wollten.
Die erworbenen Massen an Verpflegung (Brötchen, Baguette, Käse, Dosenleberwurst, Joghurt, Dosenjagdwurst und mehr) wurden dann am Bahnsteig und auch später im weiteren Verlauf des Tages gegessen.
Der EC nach Villach kam pünktlich und wir ergatterten einen Vierersitzplatz. Kaum im Zug kam schon die Grenzkontrolle. Wie üblich geht die Abfertigung bei uns deutlich schneller, als bei den meisten anderen. Es ist schon praktisch als EU-Bürger mit Ausweis über diese ganzen Grenzen zu kommen.
Die kroatische Kontrolle ging trotzdem auch insgesamt eher schnell – wie üblich bei Ausreisen. Die Slowenen haben sich aber scheinbar vorgenommen die EU-Außengrenze mit aller Kraft zu verteidigen: Unglaublich gründlich kontrollierten sie alle Pässe auf Echtheit (teilweise sogar mit Lupen), suchten in allen denkbaren Ritzen nach eventuellem Schmuggelgut und fragten nach, ob wir etwas zu verzollen hätten._MG_2302.JPG
Danach blieb die Fahrt unspektakulär und wir kamen in Ljubljana an. Im Bahnhof stellten wir uns dann an den Infoschalter, mussten recht lange warten, wurden dann aber umso schneller bedient: Stadtplan, 3 Kringeln, viel Spaß damit. Wir liefen also los: Kringel suchen. Die entsprechenden Straßen waren auch schnell erreicht, aber ein Hostel?
Anmerkung: Den folgenden Teil schreibe ich wegen eines nervigen, demotivierenden technischen Defekts nun ein zweites Mal. Der erste Text war richtig gut, der Folgendene wird das nicht. Entschuldigung.
Weit und breit nichts zu sehen. Wir fragten zwei Passanten und bekamen zwei gegensätzliche Antworten, die beide nicht zum Ziel führten. In dieser Verzweiflung blieb nur noch ein Ausweg: das ethnologische Museum (das etwa dort lag, wo einer der Kringel die Karte zierte). Diese Auskunft brachte dann Licht ins Dunkle: ein Hostel liegt etwa 100m in diese, und Eins etwa 100m in jene Richtung. Aha.
Wir wählten diese Richtung und fanden ein Hostel, dass auch noch genau für drei Personen Platz hatte – aber 28€ pro Kopf waren uns zu viel. Freundlich lehnten wir ab und entschieden uns dann doch für jene Richtung.
Schade nur das die Antwort auf meine Frage nach einem Zimmer hier “Sorry, we’re fully booked.” lautete. Doch man darf ja auch mal Glück haben: “but there is another hostel here. Do you see the yellow building there? You have to go around it. The entrance is on the other side. It’s called Tabor.” ergänzte der freundliche Rezeptionist. Im Tabor war dann tatsächlich noch etwas frei und es war auch deutlich billiger. Wir schlugen zu._MG_2322.JPG
Damit machten wir unseren ersten Aufenthalt in einer echten HI Unterkunft fest. HI steht für Hostelling International, ist also so etwas wie das internationale Jugendherbergswerk. Tatsächlich hatte es auch einen gewissen Jugendherbergscharme – allerdings mit kräftigem DDR-Flair (ich schätze, dass es Anfang der Neunziger zum letzen Mal renoviert und bestenfalls in den Achtzigern ausgestattet wurde – es war sauber, aber nicht eben ‘state of the art’).
Wir kümmerten uns um die restlichen Speisen, sortierten unseren Kram und liefen ins Zentrum.
Dieses war ausgesprochen unspektakulär: nicht hässlich oder verbaut, nein, aber nichts besonderes. Sollten wir nun wirklich enttäuscht sein oder lag es einfach daran, dass wir schon so viele tolle Städte gesehen hatten und irgendwie abgestumpft sind oder war einfach nur die leichte Bewölkung Schuld? Bevor wir eine Antwort finden konnten, entdeckten wir eine Standseilbahn (siehe dazu den gesonderten Artikel mit Verlosung)._MG_2342.JPG
Für den Studentenpreis von 5€ erwarben wir ein All-Inclusive-Ticket und ab ging die Fahrt! In einem etwas betonlastigen Gebäude unterhalb der Burgmauer kamen wir an. Wir folgten der Beschilderung und kamen im Burghof an. Hier wurde gerade eine Leinwand und Stuhlreihen für eine Open-Air-Filmvorführung am Abend aufgebaut und einige, mehrheitlich italienische Reisegruppen sorgten für ein belebtes Treiben.
Nach der Ausstellung zur Geschichte Sloweniens und Ljubljanas, besuchten wir die Kapelle und erklommen den Turm. Dort nutzten wir dann auch den letzten Abreisstreifen unseres AI-Tickets und sahen uns das virtual castle an, welches sich als hübsch aufbereitete Filmpräsentation der Geschichte der Burg herausstellte.
Mit der Bahn ging es wieder bergab und dort dann direkt etwas essen. Wir wählten das beste Haus am Platz, eine Gaststube mit Namen Sokol, und orderten. Um es kurz zu halten: es dauerte ewig, es war teuer. So richtig um uns gekümmert hat sich auch niemand und am Ende bedeuten wir es, es nicht wie die Franzosen am Nachbartisch gemacht zu haben, die nach über einer Stunde warten, etwas Geld für die Getränke da ließen und einfach gingen.
Egal. Vorbei ist vorbei. Wir verließen das Restaurant und schlenderten noch etwas durch die Innenstadt, die plötzlich extrem hübsch geworden war. Die beleuchteten Gebäude, die vielen kleinen Bars am Ufer des Flusses, das lebendige Geschnatter um uns herum – wir hätten noch ewig laufen können, aber meinen zwei Begleitern wurde kalt – und das bei immer noch 20°C. Sachen gibts …

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