Mal was Neues: Regen!

Wie der Tag begann wisst ihr ja schon: Mit einer sehr genauen Grenzkontrolle im Nachtzug. Sofia begrüßte uns mit Wolken, kühlem Wind und einer durch die Zugverspätung auf 45 Minuten geschrumpften Umsteigezeit (es sollten 3 Stunden sein). Wir reservierten für den Wahnsinnspreis von 1lev (etwa 50ct – die Umrechnung entspricht etwa der von DM zu €) 2 Sitzplätze im Zug nach Varna und stiegen ein. In unserem Abteil befanden sich 3 locker über 70jährige Bulgaren (2 Frauen, ein Mann) die uns freundlich begrüßten – ohne das wir etwas genaues verstanden. Der Mann saß auf einem unserer reservierten Plätze, aber da kaum jemand im Zug war, wollten wir ihn auch nicht verjagen und setzten uns auf 2 andere Plätze. Er erzählte kurz und wild gestikulierend mit einer der Frauen und verschwand dann kurz. Als er zurück kam räumte er seinen Platz und zeigte auf die 2 Plätze, die uns zustehen würden. Es stellte sich heraus: Er war wirklich beim Schaffner und hat sich erkundigt, welche Plätze uns gehörten, weil er gesehen hatte wie dieser uns das Abteil gezeigt hat.

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Die restliche Zugfahrt (7 Stunden Regionalzug) verlief eher ruhig: es gab einige interessante Menschen zu beobachten, z.B. eine “feine Dame” mit Botoxlippen und ihrem Mann (beide trotz Mistwetter mit Sonnenbrille). Die Landschaft war auch sehr abwechslungsreich: von großen Tiefebenen, über Hügelketten bis hin zu tiefen Tälern und Schluchten war alles dabei.
Je näher wir unserem Ziel kamen, desto deutlicher zeigte sich, dass das schlechte Wetter wohl nicht nur in Sofia war. In Varna war es zunächst weitgehend frei von Niederschlägen, aber wir mussten auf Jeans und geschlossene Schuhe umsteigen. Der Bahnhof von Varna ist ein unerwartet schönes Gebäude und bietet im Inneren sogar WLAN.
Wir kamen etwa 18 Uhr an (17 Uhr für euch – Zeitverschiebung) und unsere Odysee begann: Englisch wird kaum gesprochen, Deutsch wenn dann nur von älteren Bulgaren (die es oft auch nur verstehen, es aber nicht selbst sprechen – ich denke das trifft auch auf die 3 Alten im Zug zu. Die Ohren wurden lang wenn wir sprachen). Unsere Suche nach einem Hostel führte uns gigantische, planlose Kreise durch die Innenstadt und schließlich half uns die Skizze einer schlecht englischsprechenden Kioskfrau ein Hostel zu finden. Spannender Fakt: Es war voll. Ein Novum für uns – wegen Überfüllung wurden wir noch nie abgewiesen. Und dann auch noch in Varna. Doch Mr Rezeption kannte noch 2 Adressen und im Casablanca Hostel hatten wir schließlich Glück: 34 Leva die Nacht – zusammen. Ein guter Preis!
Und dann dieses Zimmer: Groß, sauber, eigenes Bad, TV (Discovery Channel), WLAN, … . Zuerst mussten wir duschen: Die Nachtzüge hatten das die letzten beiden Nächte verhindert und so sahen wir auch aus.
Jetzt wurde noch schnell ein Teil der Wäsche gewaschen – es ist einfach kaum etwas brauchbares übrig in der Tasche -, im Zimmer aufgehangen und dann gingen wir Essen. Happy Bar&Grill war keine schlechte Wahl und wir schlugen richtig zu!
Unser Verdauungsspaziergang geriet dann leider zum Fiasko. Wir liefen immer bergab, bis wir einen großen Sandstrand entdecken. Am Wasser machten wir einige Bilder und wunderten uns schon woher ab und zu diese Tropfen kommen. Plötzlich und ohne weitere Vorwarnung brach es über uns herein: Ein heftiger Landregen verwandelte in Sekunden die Straßenränder in Bäche und uns blieb nix als die Flucht nach vorn. Vollkommen durchnässt erreichten wir unser Zimmer. Jetzt hängt hier mehr als nur etwas Wäsche zum Trocknen..

Vorschau morgen: Auschecken, Gepäck unterstellen: im beten Fall hier, Zug reservieren, Varna anschauen – auf nach Bukarest!

Geräuschkullisse Regionalzug at Varna by thePB

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